Auenlandschaft am Niederrhein – Bislicher Insel
Unsere Exkursion am Sonntag, den 22.05.2016 führte mit einem Bus zum Naturschutzgebiet Bislicher Insel bei Xanten. Dirk Janzen, Geschäftsführer Naturforum Bislicher Insel und langjähriges AGU-Mitglied, führte die Gruppe von knapp 20 Teilnehmern durch die Auenlandschaft am Niederrhein.
Die Bislicher Insel, die teilweise landwirtschaftlich genutzt wird, hat eine Größe von ca. 1200 ha. Davon sind inzwischen 886 ha unter Naturschutz gestellt worden. Obwohl im Naturschutzgebiet Bislicher Insel nur noch Fragmente einer der letzten Stromauen am Niederrhein zu finden sind, gehört es zu den größten, im Binnenland liegenden, Feuchtgebieten mit internationaler Bedeutung in Deutschland.
Zur typischen Tier- und Pflanzenwelt dieser Landschaft gehören u. a. Schwarzpappeln, Erlen, Ulmen und Weiden. In den Schilfgürteln an den Ufersäumen finden sich diverse Wasservögel wie z. B. Austernfischer, Blässhühner, Haubentaucher, Tauchenten u. a. Zudem ist die größte Kormorankolonie Nordrhein-Westfalens auf der Bislicher Insel beheimatet. Auch Seeadler und Fischadler gehören inzwischen zu den Bewohnern der Insel.
Natürlich gehört schon eine Menge Glück dazu, alle Vogelarten zu sehen. Zu den Tieren, die wir beobachten konnten, gehörten neben den Kormoranen, verschiedene Gänse, Taucher, Reiher und Singvögel. Glück hatten einige von uns, die einen seltenen Pirol beobachten konnten. Auch einen Weißstorch mit Jungtieren, die in einem großen Nest saßen, konnten wir beobachten.
Biber sind inzwischen ebenfalls auf der Bislicher Insel heimisch. Leider konnten wir keines der Tiere erblicken. Lediglich ein von Bibern gefällter Baum, mit den typischen Nagespuren, bestätigte uns deren Vorkommen. Dafür entdeckten wir auf einem Baumstamm im Wasser, eine große Wasserschildkröte. Leider war es keine heimische Europäische Sumpfschildkröte, sonder eine ausgesetzte Gelbwangenschildkröte, die ursprünglich aus den USA kommt.
Naturschutzgebiet Bislicher Insel – eine Paradies aus Menschenhand
In einigen Bereichen der Insel laufen Rinder frei herum. Die Tiere sorgen dafür, dass in Teilbereichen des Naturschutzgebietes bestimmte Wiesen nicht zuwuchern. Die Bislicher Insel ist ein Naturparadies aus zweiter Hand, also von Menschen geschaffen worden. Sie wird auch von diesen weiter betreut und erweitert. So werden beispielsweise bestimmte Pflanzen forciert und andere zurückgedrängt.
Ein Problem im Auenwald der Insel ist, dass natürliche Überschwemmungen viel zu selten vorkommen. Die Insel ist zu sehr vom Rhein abgeschnitten. Das soll sich aber in der Zukunft ändern, denn es werden durch bauliche Maßnahmen dem Wasser des Rheins die Möglichkeit gegeben, das Naturschutzgebiet zu durchfließen. So kann langfristig eine echte Auenlandschaft entstehen.
Nach der informativen Führung durch Dirk Janzen bestand für die Gruppe nach einer Stärkung im Auencafe und dem Besuch des Naturforums Bislicher Insel, mit seiner interessanten Ausstellung, noch die Möglichkeit einen Aussichtsturm zu nutzen, um einen Überblick über die Landschaft zu erhalten.
Obwohl das Wetter nicht ganz optimal war, es regnete zwischendurch etwas, waren die Teilnehmer sehr zufrieden mit dem Ausflug. Es kam der Wunsch auf, zu einer anderen Jahreszeit noch einmal die Bislicher Insel zu besuchen.
Infos zur Bislicher Insel: